Winter 1999                                                                              (Zu den Bildseiten)
 

"Jetzt seid Ihr ganz übergeschnappt!"      "Daaa wollt Ihr wirklich hin???"   "Was... im WINTER!"

Das haben wir in der letzten Zeit schon öfter zu hören bekommen, wenn wir von unserem Reiseplan für diesen Winter Freunden oder Kollegen berichten. Doch wir haben uns nicht davon abbringen lassen: Wir wollen eineinhalb Wochen Polarnacht und richtigen Winter erleben. Warum also nicht mitten in der Polarnacht die nordnorwegische Universitätsstadt Tromsø besuchen? Schon im letzten Winter haben uns die Reise mit dem Hurtigrutenschiff von Bergen nach Tromsø und die drei Tage dort sehr begeistert.
Tromsø ist das "Tor zur Arktis". Tor zur Arktis... Dann könnte man doch... Ja, warum eigentlich nicht? Drei Tage auf Spitzbergen!
Von Tromsø aus kann man in ca. eineinhalb Stunden in die norwegische Siedlung Longyearbyen fliegen.
Vielleicht bekommen wir ja in diesem Jahr etwas Polarlicht zu sehen.

Was erwartet uns in Tromsø?

Im letzten Jahr war es gar nicht so kalt wie erwartet. Meistens hatten wir Plusgrade. Zeitweise schneite es etwas und es gab eine dünne Schneeschicht. Leider war es die ganze Zeit bedeckt und wir sahen kein Polarlicht.
In der Zeit vom 25. November bis zum 21. Januar geht die Sonne nicht auf. Es ist fast den ganzen Tag pechschwarze Nacht. Nur zur Mittagszeit war ein ganz dunkelblauer Himmel zu sehen. Die Beleuchtung der Straßen, Geschäfte und sonst allem was man noch 24 Stunden am "Tag" beleuchten kann ist überwältigend. Tromsø ist eine lebhafte Stadt und das ändert sich auch in der Polarnacht nicht. Es gibt interessante Museen, Restaurants und vieles mehr!
(Für GPS-Freunde: 69° 38,8' N / 19° 0,9' E)
 

Was erwartet uns in Longyearbyen?

Longyearbyen liegt 963 km nördlich von Tromsø! Oder 840 km nördlich des Nordkaps oder 3141 km nördlich Frankfurt oder 1315 km südlich des Nordpols auf Spitzbergen, oder wie die Norweger die Inselgruppe nennen, Svalbard.
Etwa in der Zeit vom 28. Oktober bis zum 14. Februar geht hier die Sonne nicht auf. Die mittlere Monatstemperatur beträgt im Dezember -13,3° C, die höchste Temperatur war +6,7° C, die niedrigste -35,6° C.
Longyearbyen hat ca. 1200 Einwohner, die zum großen Teil im Kohlebergbau, für wissenschaftliche Institute, Behörden oder Tourismus arbeiten und meist nur für ein paar wenige Jahre dort bleiben.
Seit ein paar Jahren gibt es auch Unterkünfte für Touristen, so daß der Ort, der mehrmals in der Woche von Linienmaschinen angeflogen wird, nun auch einfach besucht werden kann.
Longyearbyen verfügt über ca. 40 km Straßennetz. Außerhalb des eigentlichen Ortsbereichs führt nur eine Straße durch das Adventdalen zur Forschungsradaranlage "EISCAT" und zur Grube 7 (Kohlegrube) und auf der anderen Seite zum Flughafen und weiter in das Bjørndalen.
Es gibt keine Straßen zu den anderen Orten auf Spitzbergen (Barentsburg (russisch), Ny Ålesund, Sveagruva).
Im Winter ist das beliebteste Fahrzeug der Schneescooter. Es gibt mindestens so viele wie Einwohner!
Direkt am Ortsende beginnt die arktische Wildnis, in der man auch mit gefährlichen Eisbärenbegegnungen rechnen muß.
(Für GPS-Freunde: 78° 13,6' N / 15° 37,4' E)
 

Warum diese Ziele?

Wieso ausgerechnet Nordnorwegen und Spitzbergen?
Ich habe 1981 Norwegen als Urlaubsland für mich entdeckt und seither hat es mich nicht mehr losgelassen. Auf 20 Reisen, die meisten mit dem Campingbus, habe ich das Land von Südnorwegen bis zum Nordkap und Kirkenes an der russischen Grenze bereist. Einige Freunde und ehemalige Studienkollegen teilen die Begeisterung und wir hatten schöne Sommertouren miteinander.
Im Sommer freut man sich an den hellen Nächten und der Mitternachtssonne und kann sich gar nicht so recht vorstellen, wie es denn sein soll, wenn es im Winter in Nordnorwegen überhaupt nicht mehr hell wird. Auch das Polarlicht, das man aus Büchern kennt, sieht man in den hellen Sommer"nächten" nicht.
Deshalb machten wir im Winter 1998 eine Reise im Dezember mit der Hurtigrute (Postschifflinie) von Bergen nach Tromsø in die Polarnacht.
Es war ein tolles, interessantes Erlebnis. Leider war der Himmel meistens bedeckt und wir sahen kein Polarlicht.
Auf dieser Reise war auch Michael zum ersten Mal in Norwegen. Er war sofort von diesem Land begeistert.Von ihm stammt der Vorschlag für diese Winterreise. Ganz kurzfristig, weniger als eine Woche vor dem Abflug, hat sich nun auch noch Herbert entschlossen dabei zu sein. Er startet am Freitag in Frankfurt und wir treffen uns dann in Tromsø im Flugzeug.
Spitzbergen habe ich im Sommer 1998 zum ersten mal besucht und war sofort fasziniert von dieser arktischen Landschaft. Im Sommer 1999 gab es dann eine zweite Tour dorthin, diesmal mit ein paar Tagen in Longyearbyen. Ein wirklich interessanter  Ort (siehe oben)!
Wenn man die Berichte über die Überwinterung von Trappern und Forschern auf Spitzbergen liest, fragt man sich wie das Leben in dieser Zeit überhaupt möglich sein kann. Einen guten Eindruck gibt das Buch von Christiane Ritter "Eine Frau erlebt die Polarnacht".
Nun, wir wollen uns das anschauen und erleben. Da für uns Stadtmenschen eine einsame Hütte auf Gråhuken in Nordspitzbergen im Winter doch nicht so geeignet zu sein scheint, wohnen wir in Longyearbyen im gemütlichen "Svalbard Polar Hotel".
Überlebenstraining in der arktischen Wildnis im Luxus...
 

Unser Zeitplan
 
Mittwoch,      8.12.1999 16:00 bis 18:05    Flug von Frankfurt / Main nach Oslo
20:40 bis 22:25    Flug von Oslo nach Tromsø 
Donnerstag,   9.12.1999 Tromsø
Freitag,        10.12.1999 20:55 bis 22:30    Flug von Tromsø nach Longyearbyen
Samstag ,     11.12.1999 Longyearbyen
Sonntag,       12.12.1999 Longyearbyen
Montag,       13.12.1999 Longyearbyen
Dienstag,      14.12.1999 14:05 bis 15:35    Flug von Longyearbyen nach Tromsø
Mittwoch,     15.12.1999 Tromsø
Donnerstag,  16.12.1999 Tromsø
Freitag,        17.12.1999 Tromsø
Samstag,      18.12.1999 10:05 bis 11:50   Flug von Tromsø nach Oslo
18:55 bis 21:05   Flug von Oslo nach Frankfurt / Main

(Zu den Bildseiten bitte den Link oben oder unten benutzen)

Internet

Wie auch im letzten Winter wollen wir wieder jeden Tag eine aktuelle Seite mit Bildern und kurzen Berichten machen und sofort, noch am selben Tag während der Reise, in den Server einspielen. Abzurufen sind die Seiten über die Links in der Tabelle oben.
Wir sind auch wieder über E-Mail erreichbar und freuen uns über Post. Da unser Internetzugang nur aus einem GSM-Handy mit 9600 Bit/s besteht bitten wir um kurze Mails, die nur Text enthalten sollten. Bitte keine Bilder oder Programme schicken.
In Longyearbyen gibt es eine GSM-Basisstation, die über einen Satelliten mit dem Netz auf dem Festland verbunden ist. Uns ist nicht bekannt ob eine Internetverbindung darüber möglich ist. Falls dies nicht möglich ist, werden wir trotzdem jeden Tag eine Seite vorbereiten und diese dann am Dienstag aus Tromsø übertragen.

 E-Mails an uns während der Reise

  Bilder von der Reise

Interessante Links (Tromsø)

 Wettervorhersage für Tromsø
 Wetter in Norwegen (DNMI)
 Nordlichtplanetarium in Tromsø
 Polarlicht
 Livekamera in Tromsø
 

Interessante Links (Svalbard, Longyearbyen)

 Wettervorhersage für Longyearbyen
 Wetterstation im Adventdalen (bei Longyearbyen)
 Svalbard Pages (Informationen über Svalbard)
 Außenstelle der norwegischen Universitäten in Longyearbyen
 
 

Literatur über Spitzbergen (Svalbard)

Andreas Umbreit
"Spitzbergen Reisehandbuch"

Susan Barr
"Norway's Polar Territories"

Christiane Ritter
"Eine Frau erlebt die Polarnacht"

Natürlich gibt es noch viel mehr....

 Zu meiner Homepage


Klaus-Dieter Friedrich , 5.12.1999 / 20.12.1999